Vom Handwerkerdorf zur Industriegemeinde...
...seit über 950 Jahren

Jungingen kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Der Ort entstand im 4. Jahrhundert zur Zeit der alemannischen Landnahme als Wohnsitz des Sippenältesten „Jungo“ und wurde erstmals im Jahr 1075 urkundlich erwähnt.
Etwa einen Kilometer südlich des heutigen Ortskerns stand die Burg auf dem „Bürgle“, einst Sitz des Ortsadels. Sie gelangte 1278 an den Johanniterorden und später, um 1300, an Graf Eberhard von Württemberg. 1311 wurde die Burg im Städtekrieg von den Reutlingern zerstört, ebenso wie das Dorf. Im Jahr 1473 wurde die neu entstandene Siedlung zollerisch.
Zwei bedeutende Persönlichkeiten des Mittelalters stammen aus Jungingen: Konrad und Ulrich von Jungingen, Hochmeister des Deutschen Ritterordens. Unter Konrads Führung (1393–1407) erlebte der Orden seine Blütezeit in Preußen, während Ulrich 1410 in der Schlacht bei Tannenberg fiel.
In den letzten Jahrzehnten hat sich Jungingen vom bäuerlichen Handwerkerdorf zur Industriegemeinde entwickelt. Zunächst waren es Handwerker, die Holzwaren fertigten und Händler, die diese sowie Waren wie Peitschen und Textilien verbreiteten. Später sorgten Feinmechaniker für Arbeit, Einkommen und wirtschaftlichen Aufschwung.
Die Industrialisierung begann 1852, als Ludwig Bosch eine Waagenfabrik gründete und damit den Grundstein für die wirtschaftliche Entwicklung in Jungingen legte. Damals lebten rund 850 Menschen in Jungingen, 1950 waren es bereits etwa 1.200 und heute zählt die Gemeinde rund 1.400 Einwohner.
Im Überblick
Natur und Umgebung
Eingebettet in die reizvolle Landschaft des Killertals, erstreckt sich Jungingen über 933 Hektar. Weniger als ein Zehntel der Fläche ist bebaut, mehr als die Hälfte ist bewaldet. Zahlreiche Spazier- und Wanderwege mit Grillstellen laden dazu ein, die Natur aktiv zu entdecken.
Arbeiten und Wirtschaft
Bei etwas über 1.400 Einwohnern bietet Jungingen über 1.000 Arbeitsplätze in Betrieben unterschiedlichster Branchen. Mehr als 800 Personen pendeln täglich aus dem Umland nach Jungingen zu Ihrer Arbeit. Das spricht für die wirtschaftliche Bedeutung der Gemeinde in der Region.
Entwicklung und Gemeinschaft
Jungingen hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Besonders im Rahmen der Ortskernsanierung wurde das Zentrum sichtbar modernisiert. Mehr als 10 Vereine, Gruppierungen und Institutionen sorgen für ein aktives Gemeindeleben. Zusätzlich organisiert die Gemeinde regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte.
Kinder, Jugendliche und Bildung
Kinder und Jugendliche sind in Jungingen bestens aufgehoben. Bereits ab dem zweiten Lebensjahr können Kinder den gut ausgestatteten Kindergarten besuchen, auch eine Grundschule befindet sich direkt im Ort. Spielplätze, Ferienspiele und spezielle Angebote für Kinder ergänzen das Freizeitangebot. Am Ortsrand lädt das Jugendhaus als Treffpunkt für junge Menschen ein.
Freizeit, Sport und Begegnung
Für alle Altersgruppen gibt es zahlreiche Orte der Begegnung. Die Turn- und Festhalle mit Kegelbahn, das Hallenbad mit Sauna sowie das Freibad bei gutem Wetter bieten viele Möglichkeiten. Ergänzt wird das Angebot durch Sportplätze, Tennisplätze und einen Skilift. Alle werden von den örtlichen Vereinen betrieben.
Geschichte und Sehenswürdigkeiten
Sehenswert sind das Heimatmuseum und die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Sylvester. In der Nähe des Rathauses steht mit der St.-Anna-Kapelle das älteste Gebäude Jungingens, das im Jahr 2006 liebevoll restauriert wurde.
Versorgung und Infrastruktur
Gerade auchim Bereich der medizinischen Versorgung ist die Gemeinde gut aufgestellt. Eine doppelt besetzte hausärztliche Praxis, ein Zahnarzt, Praxen für Krankengymnastik und Physiotherapie sowie eine Apotheke stehen zur Verfügung. Jungingen bietet außerdem vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, verschiedene Gaststätten und ein Hotel für Übernachtungsgäste.

